Thursday, April 12, 2007

Cover Girl

Nicki Schaepen, Cover Girl, 2005, Acryl auf Leinwand, auf Holz aufgezogen, 55x35 cm, unvollendet.

Dieses Bild stellt den ersten Versuch dar, die so gepriesenen Vorteile von Acrylfarben in der Weise eines Altmeisterbildes zu erproben. Acrylfarben, die heute zu sehr günstigen Preisen überall zu erwerben sind, zeichnen sich durch eine völlig unkomplizierte Anwendbarkeit aus. Die elastische Acrylemulsion, die den meisten Malfarben als Bindemittelsystem zugeordnet ist, trocknet sehr schnell auf, kann beliebig verdünnt werden und ergibt eine Farbwirkung, die der von Ölfarbe recht nahe kommt. Die hohe Elastizität des Mediums erlaubt, wider die malerische Regel "fett auf mager" zu arbeiten, ohne die Bildung eines Frühschwundcraquelés erwarten zu müssen. Nachteile sind für mich vor allem in der Oberflächenkonsistenz und -wirkung zu finden. Das synthetische Bindemittel verleiht dem Gemälde eine entsprechende Ausstrahlung. Die hohe Elastizität der Acrylfarbe, also einer ihrer Hauptvorteile, führt zu einer recht weichen Oberflächenkonsistenz, die der von hart durchgetrockneter Ölfarbe nicht nahe kommen kann.

Über eine handelsübliche Acrylgrundierung wurde eine maganfarbene Imprimitur aufgetragen. Die Kontrastfarbe wirkt durch die einzelnen Bildschichten durch und gibt dem Ganzen eine einheitliche und belebte Struktur. Noch harrt das Girl auf seine Fertigstellung, die im Laufe der nächsten Zeit erfolgen wird.