Thursday, January 11, 2007

Untermalung II
Nicki Schaepen, Neues Portrait des Hl. Vaters, Detailansicht, Öl auf Holz, 30x24,5 cm.

Öl auf Holz; Grundierung: Kreidegrund, glatt geschliffen; Imprimitur: Siena natur, Bleiweiß, etw. Umbra nat. cypr., Dammarfirnis 1:4; Nach der Unterzeichnung mit Sepiatusche lasierende Modellierung mit Umbra gebr. und rekt. Terpentinöl.

4 comments:

Prinz Luitpold in Bayern said...

wow, wie großartig! besonders, wenn ich mir die kleine größe des bildes vorstelle. ist das grün des gewandes deckend gemalt?

Anonymous said...

Interessant, Sie Untermalen über einer mit 1:4 Dammar isolierten Schicht mit Terpentinöl. Sind nicht gute Dammar Sorten vollständig in Terperntinöl löslich? Erfolgte der Malauftrag so, dass der Umbra sich augenblicklich mit dem Dammargrund verband? Anders hätte er doch nicht haften können da Terpentinöl keinerlei Klebekraft besitzt. Ist die Übermalung der Dammar isolierung in verdünnter Ölfarbe mit "nass in nass" zu vergleichen? Eine trennende Schicht ist doch mit Sprit-Spickölfirnisen zu erzielen hier soll eine Verankerung nicht möglich sein.

Nicki Schaepen said...

Lieber Prinz Luitpold in Bayern,

entschuldigen Sie bitte, Durchlaucht, daß ich mich erst heute auf Ihren Kommentar hin melde. Wie es scheint, ist googles Benachrichtigung im Spamordner gelandet, so daß ich ihn erst heute entdecke!! Vielen Dank für Ihr Lob! Das Grün der Kasel ist in den dunklen Partien semitransparent und wird zu den belichteten Teilen hin deckender. Grün ist allerdings immer eine problematische Farbe, vor allem, wenn sie, wie in diesem Fall auch, aus Blau- und Gelbtönen gemischt ist. Man bekommt dann nicht immer den gleichen Ton hin.
In Bälde folgt das fertige Bild....

Besuchen Sie mich wieder.
Sehr herzlich

Nicki Schaepen

Nicki Schaepen said...

Lieber Anonymous,

vielen Dank für Ihren Kommentar! Ich habe bisher noch keinen Dammar finden können, der sich vollständig, also ohne irgendwelche Rückstände, in rektifiziertem Terpentinöl löst. Die Angabe "1:4" ist lediglich eine Orientierung. Für gewöhnlich, wie auch in diesem Fall, wird das Harz in einem Gazebeutel in das Terpentinöl gehängt, so daß eventuelle Verschmutzungen und Holzrückstände gleich filtriert sind.
Die Imprimitur habe ich drei Wochen durchtrocknen lassen. Erst dann unterzeichnete ich das Bild mit verdünnter Umbra gebr. und begann anschließend, mit dem gleichen Medium zu lasieren. Es wird der Untermalungsfarbe freilich nur so viel Terpentinöl zugesetzt, daß sie noch genügend ausreichend Klebekraft besitzt. Natürlich verflüchtigt sich das Terpentin. Das ist ja Sinn des Ganzen, wenn man die Malerregel "fett auf mager" beachten will. Das Terpentin fungiert hier als Verdünnungsmittel, nicht als Bindemittel. Dafür wurde die gebrannte Umbra in Leinöl gebunden.

Die Übermalung erfolgte in Teilen "nass in nass". Doch wurde beispielsweise das Gesicht nach dem "nass in nass" Malen noch mit Lasuren und flüchtig aufgesetzten Druckern bearbeitet.

Andere Partien, wie die Mitra oder der Kreuzstab wurden von Anfang an in einer konsequenten Schichttechnik gestaltet.

Von Spickölfirnissen rate ich dringend ab. Sie vergilben sehr stark und können über kurze Zeit zu Malschichtkrepierungen führen.

Ich hoffe, ich konnte alle Ihre Fragen beantworten. Schreiben Sie mir wieder, wenn Sie weiteres wissen wollen.

Für heute sehr herzliche Grüße!!
Ihr

Nicki Schaepen