Tuesday, January 23, 2007

Ingres - Übermalung

Nicki Schaepen nach Jean Auguste Dominique Ingres, Mme Henri Gonse, Öl auf Leinwand, 73x62 cm, Montauban, Musée Ingres, Detailansicht.

Hier wird sichtbar, wie positiv sich eine monochrome Untermalung auf die Gesamtharmonie des fertigen Bildes auswirkt. Das grünliche Umbra der unteren Farbschichten (rechts) ist noch durch die halbdeckenden Inkarnattöne spürbar. Die lokalfarbenen Elemente des fertigen Bildes (links) werden so auf ebenso raffinierte wie diskrete Weise miteinander verwoben.
Eine ausführliche maltechnische Darstellung folgt in nächster Zeit.

Friday, January 12, 2007

Selbstbildnis

Nicki Schaepen, Selbstbildnis, 2004, Öl auf Holz, 25x18cm.

Der erste Versuch eines Selbstbildnisses entstand nach einer Fotografie. Über einen Kreidegrund (Hasenleim 70:1000) wischte ich eine in Eigelb gebundene Grünspanimprimitur und führte darauf im gleichen Medium die Schattenpartien mit Umbra cypr. nat. durch. Schließlich bestrich ich die ganze Fläche mit verdünntem Leinölfirnis (1:1) und malte alla prima. Auf der Bildoberfläche haben sich Staubflocken gesammelt. Sie können mit etwas Ethylakohol und einem nichtflusenden Tuch entfernt werden.

Thursday, January 11, 2007

Untermalung II
Nicki Schaepen, Neues Portrait des Hl. Vaters, Detailansicht, Öl auf Holz, 30x24,5 cm.

Öl auf Holz; Grundierung: Kreidegrund, glatt geschliffen; Imprimitur: Siena natur, Bleiweiß, etw. Umbra nat. cypr., Dammarfirnis 1:4; Nach der Unterzeichnung mit Sepiatusche lasierende Modellierung mit Umbra gebr. und rekt. Terpentinöl.

Wednesday, January 10, 2007

Untermalung

Jean Auguste Dominique Ingres, Mme Henri Gonse, Öl auf Leinwand, 73x62 cm, Montauban, Musée Ingres, Detailansicht.
Über einer mit 1:4 Dammar isolierten Gipsgrundierung (Hasenleim 50:1000 mit 10% Alaunanteil zum Leim, Lenzin, vier Schichten, papierglatte Trockenschleifung) begann ich direkt mit Terpintinöl verdünntem Umbra zu untermalen. Zunächst wurden die Umrisse fixiert und dann strichelnd, in der Weise einer Temperamalerei begonnen, größere Bereiche zu tönen, immer feiner werdend, bis etwa zwei Drittel der erwünschten Tiefe erreicht ist. Nach dem guten Durchtrocknen der Untermalungsschicht erfolgt ein lokalfarbiges Tönen mit verdünnter Ölfarbe. Diese Vorgehensweise hat sich hervorragend bewärt, um feinste Übergänge bei insgesamt magerer Wirkung zu erzielen.

Übermalung I

Nicki Schaepen nach Edmund Blair Leighton, The Accolade, Öl auf Leinwand, 80x58 cm, Privatbesitz Stuttgart.

Leinwand in Köperbindung 14x14; Vorleimung mit Hasenleim 70:1000, Grundierung zweischichtig, Stammleim-Kopalfirnis 1:1. Untere Schicht: Lenzin, Umbra nat. cypr., Zinkweiß, Beinschwarz. Obere Schicht: Lenzin, Zinkweiß, Umbra nat. cypr., Siena nat., etw. Elfenbeinschwarz. Oberflächenbeschaffenheit: Handschliff. Untermalung: Umbra gebrannt. Malmittel rekt. Terpentinöl.

Übermalung mit Dammar 1:4. Die graue Grundierschicht wirkt in den mittleren, semiopaken Farbschichten durch. Wir sehen ein Zwischenstadium vor der Fertigstellung. Die einzelnen Faltenwürfe bedürfen noch der Verfeinerung. Auch die Stickerein sind nur angedeutet.

Saturday, January 06, 2007

Ölgrundierung - Delacroix
Nicki Schaepen nach Eugène Delacroix, Waise auf dem Friedhof, Öl auf Leinwand, 55x45 cm. Begonnen Frühjahr 2005.


Bei nebenstehendem Bilde versuchte ich ein ölgrundiertes belgisches Leinen, welches in London erhältlich ist. Nachdem ich die Oberfläche von überschüssigem Fett befreit und etwas angeschliffen hatte, trug ich eine rotbraune Imprimitur auf und begann dann in der üblichen Manier zu malen.

Im Vergleich zu den magereren Grundierungen bei Giordano und dem hl. Vater stellte sich hier eine unangenehm synthetische Farbwirkung ein. Offenbar ist die in Leinöl gebundene Bleiweißgrundierung mit allerlei Sikkativen versetzt worden, die zu einer recht dünnen und dabei vergleichsweise fettigenden Haut auftrocknete. Da der lfd. Meter recht teuer ist (umger. 80 Euro) besteht der einzige Vorteil, daß man nicht gezwungen ist, eine lange Trocknungszeit einzuhalten.

Dresden und Luca Giordano
Nicki Schaepen nach Luca Giordano, Paulus der Eremit, 2001, Öl auf Leinwand, 76x62 cm, Privatbesitz.

Während eines Praktikums in der Gemäldegalerie Alte Meister zu Dresden hatte ich Gelegenheit, Luca Giordanos „hl. Paulus der Eremit“ zu kopieren. Als Kunsthistoriker oblagen mir andere Pflichten, doch ließ es sich einrichten, daß ich einen ganzen Tag malend in der Galerie verbringen konnte. In Anbetracht des doch recht geringen Zeitrahmens, entschied ich mich für jenen Maler, der von seinen Zeitgenossen „fa presto“ genannt wurde. So wollte ich es ihm gleichtun und so schnell und so direkt wie möglich malen. Damals verwendete ich die gleiche Grundierung wie bei dem Bildnis Benedikts XVI. Deutlich sichtbar ist die emailhafte und doch duktusbetonte Oberflächenqualität, die ich so schätze.

Friday, January 05, 2007

Papst Benedikt XVI. und die Venezianer
Nicki Schaepen, Papst Benedikt XVI, beg. 2005, unvoll., Öl auf Leinwand, 120x80 cm.

Als sich im Herbst vorletzten Jahres die Gelegenheit bot, eine Woche in der herrlichen Lagunenstadt Venedig zu verbringen, um mich in Gänze dem Gebet und dem Genuß der Bildenden Künste hinzugeben, faßte ich bereits den Entschluß, direkt nach meiner Heimkehr ein Portrait zu verfertigen, welches den heiligen Vater zeigen sollte. Mein festes Ansinnen, insbesondere die famose und weit gerühmte venezianische „prestezza“ genauestens zu studieren und mir im Geiste ihre Weise einzuschreiben, war freilich ganz durchdrungen von dem eitlen Wunsch, die verehrten Meistern des ausgehenden Cinquecento tiefer verstehen zu können. All zu oft lehnte ich mich über Balustraden und sonstige Absperrungen hinweg, aktivierte dann und wann den die kostbaren Exponate schützenden Alarm und erhielt endlich auch strenge Blicke, ein empörtes Räuspern oder gar den Tadel des Aufsichtspersonals.

Doch mußte ich ja genügend nahe an die Leinwandoberfläche mich heranwagen, so nahe, daß bereits die feinen, kaum sichtbaren Härchen auf meiner Nase zu kitzeln begannen und ich den staubigen Duft der Jahrhunderte erschnüffeln konnte, welcher mir entgegenwehte. Ich wollte so gut als möglich sehen können, von welcher Konsistenz die groben Abbozzostriche Tintorettos waren, ob sich des Künstlers kühner Strich am Leinwandkorn brach oder ob er eher glatt und ebenmäßig verlief. Es war eine ergötzliche Freude, die auf- und abstrebenden Rauten der Fischgrätbindung durch die Farbschichten hindurchschimmern zu sehen, entdecken zu können, wie sich winzige Rückstände in den rauhen, an schroffe Felsstrukturen gemahnenden Zwischenvertiefungen des Impastos sammelten. Tintoretto mußte gleichsam pastos und flüssig gemalt haben. Da war ich mir sicher!
Wieder in die beschaulich derbe Umgebung meiner schwäbischen Heimat zurückgekehrt, zehrte ich von den Erinnerungen, dem Duft der modrigen Kirchen, den farbgewaltigen Eindrücken Bellinis und Tintorettos. Sie verwoben sich mit polyphonen Klängen Monteverdis, hie und da gluckste ein Kanal, dort flötete ein Organum. Wie also sollte ich nun jene Beobachtungen umsetzen, die ich an Tintorettos Beispiel gesammelt hatte? Ich entschloß mich, die Quellen etwas ausführlicher zu konsultieren und verbrachte viel zu viel Zeit damit, in altehrwürdigen Bibliotheken mehr zu erfahren, über die Grundiertechniken der Venezianer. Schließlich entschied ich mich für eine Emulsionsgrundierung. Im warmen Wasserbad vermengte ich den scharf riechenden Hasenhautleim mit Bologneser Kreide, braunem Ocker aus dem Veneto und dem so berüchtigten Kremserweiß. Als sich eine viskose Masse geformt hatte, emulgierte ich in fließenden Tropfen mein geliebtes Oleum crassum hinein. Törichterweise hatte ich entschieden, die zähe Grundiermasse mit dem Lammfellroller aufzutragen, um eine möglichst gleichsaugenden Unterlage zu erhalten. Nach dem Durchtrocknen der Grundierschichten mußte ich dann zu meinem Bedauern feststellen, daß sich die Oberfläche nicht in der gewohnten Weise glätten ließ. Ich mußte mit einer Oberflächenstruktur leben, die mehr einem Hausputz glich als jener so eigentümlichen Verbindung von glatter Oberfläche und durchschimmerndem Leinwandkorn.

Trotzdem entschied ich mich, weiterzugehen und mit der Malerei zu beginnen. Nachdem ich die Umrisse grob skizziert hatte, bepinselte ich die Leinwand mit einer sehr dünnen Schicht aus verdünntem Leinöl und begann danach, naß in naß zu malen. Der gegenwärtige Stand der Dinge verdrießt mich ein wenig und ich bin noch nicht sicher, ob ich das Bild fertigstellen werde.

Monday, January 01, 2007

Raffaelo Santi
Nicki Schaepen nach Raffael, Maria mit dem Kinde und dem hl. Johannes Baptista, 2004, Öl auf Holz, 25 x 17 cm, unvollendet.

Diese kleine Tafel entstand durch Zufall. Ich hatte noch einen Rest grundiertes Holz, das in seiner Größe recht bescheiden ausfiel. Ich entschied mich, einen Raffael zu verkleinern und ihn in feiner Manier auszuführen. Dies war mein erster Versuch, in lasierender Schichttechnik ohne Temperauntermalung zu malen.

Aufbau:
Spanplatte, Stärke 50mm
Vorleimung: Hasenleim 70:1000
Grundierung: Champagnerkreide und Stammleim (normalerweise müßte man Lenzin verwenden).
Imprimitur: Beinschwarz, Umbra nat., Bleiweiß, Terpentinöl

Auftragstechnik: Schrittweise, lasierend.